Warum selbst der philosophische Daoismus magisch ist

My reality is my castle.

Erinnern Sie sich noch an meinen Blogeintrag “Das einfachste Leben und wie man’s macht“?

Die letzten drei Schritte dieser Anleitung haben es in sich. Sie lauten:

  1. Wenn Sie nicht wissen, was zu tun ist, gönnen Sie sich ein paar Minuten Ruhe und betrachten Sie die Situation, ohne sie zu kommentieren oder zu beurteilen. Betrachten Sie einfach die Situation und tun Sie nichts sonst.
  2. Nach gewisser Zeit werden Sie einen Impuls spüren, ein Verlangen, zu handeln. Dieser Handlungsimpuls ist Ausdruck des reinen, unverfälschten Flusses der Dinge.
  3. Handeln Sie.

Und genau das ist reine, unverfälschte Magie. Am schönsten ist Magie, wenn Sie keine Erwartungshaltung mehr daran knüpfen: “Does not matter, need not be”, hat Austin Osman Spare geschrieben, und wie so oft hatte er recht. Der eigentliche Daoismus, die eigentliche Lebenskunst, fängt dort an, wo unsere Kontrollzwänge über Bord gehen, oder gehen müssen.

Uns ist es angeboren, unser Leben beeinflussen zu wollen. Und noch mehr: Selbst wenn wir uns komplett dem Lauf der Dinge hingeben, dann mit Sicherheit deswegen, weil wir hoffen oder wissen, daß Gott und seine Kumpels Glück und Schicksal schon irgendwie für uns sorgen werden. Niemand ist davor gefeit. Selbst der eingefleischteste Nonduality-Guru hat seine Weltsicht, weil er etwas aus ihr zieht, was ihm hilft.

Bedauernswert sind nur die Zeitgenossen, deren Weltbild so verhärtet ist, daß sie keine anderen Optionen mehr zulassen können.

Alle anderen, ich und hoffentlich auch Sie, können Ihre Welt so bunt oder nüchtern gestalten, wie sie wollen. Ich persönlich fühle mich in meinem religiösen Weltbild äußerst wohl, und Buddha, Jesus, Shiva, Ganesh und Hanuman (und viiiiiiiiiiele andere) tanzen bei mir jeden Tag in den Sonnenuntergang hinein. Für mich ein elementar wichtiger Bestandteil meines Lebens, den ich nicht missen möchte.

Zurück zu unseren drei letzten Handlungssschritten des einfachsten Lebens. Die sind reine Magie, schrieb ich, und jetzt zeige ich Ihnen, warum.

In meiner Kurzanleitung für Magie sagte ich Ihnen:

  1. Absichtserklärung: Beschreiben Sie klar die Wirkung, die eintreten soll. Vermeiden Sie “soll” oder “müßte”, formulieren Sie die Situation, als würde sie bereits stattfinden.
  2. Stellen Sie sicher, daß die in der Absichtserklärung definierte Wirkung die Möglichkeit hat, zu entstehen. Dinge wie “auf dem Wasser gehen” dürften damit mit der allergrößten Wahrscheinlichkeit beiseite fallen.
  3. Suchen Sie sich eine Erfahrung aus, die Sie machen wollen.
  4. Legen Sie fest, daß diese Erfahrung das gleiche bedeutet wie das, was Sie in Ihrer Absichtserklärung beschrieben haben.
  5. Führen Sie die Erfahrung aus, machen Sie sie.
  6. Notieren Sie sich das Ergebnis: Wie lange dauert es, bis es eintritt?

Betrachten die letzten drei Schritte des einfachsten Lebens noch einmal:

  1. Wenn Sie nicht wissen, was zu tun ist, gönnen Sie sich ein paar Minuten Ruhe und betrachten Sie die Situation, ohne sie zu kommentieren oder zu beurteilen. Betrachten Sie einfach die Situation und tun Sie nichts sonst.
  2. Nach gewisser Zeit werden Sie einen Impuls spüren, ein Verlangen, zu handeln. Dieser Handlungsimpuls ist Ausdruck des reinen, unverfälschten Flusses der Dinge.
  3. Handeln Sie.

Und jetzt dröseln wir sie mit Hilfe der obigen magischen Formel auf:

  1. Absichtserklärung: Die ist implizit und lautet “Ich setze mit meiner wertneutralen Betrachtung die Welt in Bewegung. Sie wird sich zu meinem Vorteil verändern.”
    Diese Wirkung hat die Möglichkeit, einzutreten, weil wir uns hier ganz mit der Welt bewegen.
  2. Suchen Sie sich eine Erfahrung aus, die Sie machen wollen. Hier: “Ich komme zur Ruhe und betrachte die Situation ohne zu kommentieren oder zu beurteilen” — das ist die körperliche und geistige Erfahrung, die ich machen will.
  3. Legen Sie fest, daß diese Erfahrung das gleiche bedeutet wie das, was Sie in Ihrer Absichtserklärung beschrieben haben: Ich lege fest, daß das Zur-Ruhe-Kommen und die Betrachtung ohne Beurteilung BEDEUTEN, DASS meine Absichtserklärung wahr wird, also: daß die Welt sich zu meinem Vorteil verändern wird.
  4. Führen Sie die Erfahrung aus, machen Sie sie.
  5. Notieren Sie sich das Ergebnis: Wie lange dauert es, bis es eintritt?

Und das ist das rasend Interessante: Selbst die bodenständigste Aktivität ist im Kern magisch. Weil wir etwas als “Wahrheit” festlegen und dann darauf basierend handeln. Merken Sie, wie groß diese Erkenntnis Ihre Welt machen kann? Legen Sie fest, daß Gott existiert und daß er sich freut, wenn Sie XYZ tun. Dann machen Sie XYZ. Und Gott freut sich! Legen Sie fest, daß Gitterpflaster Ihnen helfen, wieder gesund zu werden. Dann kleben Sie sich Gitterpflaster. Und Sie werden gesund, oder zumindest schneller gesund, so weit das physikalisch möglich ist.

Eventuelle Mißerfolge und Rückschläge dienen der Erdung und wirken galoppierendem Größenwahn vor.

Ich umarme Sie alle. Ein wunderbares, bombastisches, großartiges, liebevolles und zufriedenes 2018!
Norbert Matausch

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